Vereinfacht umschreibt Crowdsourcing die Auslagerung von Tätigkeiten auf die Intelligenz und Arbeitskraft Vieler. Deren Ergebnisse wiederum helfen einem Unternehmen bestimmte Geschäftsziele zu erreichen. Auf diese Weise wird Social Media genutzt, um zahllose auf der Welt verstreute Experten, Interessierte und Amateure für die Lösung eines Problems zu vereinen.
Daraus folgernd beschreibt Crowdsourcing sowohl einen distributiven Problemlösungsansatz als auch ein Produktionsmodell, bei dem sich eine Masse (eine „Crowd“ oder auch Gemeinschaft) von interessierten Unbekannten im Web einer Problemstellung annimmt und sie löst – wodurch das Ganze mehr wird, als die Summe seiner Teile. Denn im Web 2.0 arbeitet niemand vor sich hin. Es wird gemeinsam getüftelt, angeregt und diskutiert, bis der beste Lösungsweg gefunden wird.
Dieses Vorgehen ist ebenso einfach wie genial.
Was hat man davon?
Die Problemlösungsverteilung durch Crowdsourcing hat viele Vorteile: Zum einen wird so ein Wertschöpfungsprozess generiert, in dem schneller Lösungen gefunden werden, als wenn sich eine Handvoll Interner darum kümmert (Stichwort verteilte Intelligenz). Zudem sind die erarbeiteten Lösungen valide, da sie von einer Masse im Web diskutiert und auch überprüft werden. Ferner gewinnen Unternehmen und Organisationen, welche sich des Crowdsourcings bedienen, einen direkten Eindruck von Kundenwünschen und -denken und vermitteln zugleich der beteiligten Crowd eine gewisse Bindung, da sie am Markenaufbau unmittelbar beteiligt waren. Zu guter Letzt ermöglicht Crowdsourcing Unternehmen den Rückgriff auf Experten, welche sie sich als Festangestellte oder auch als freie Mitarbeiter nicht leisten könnten.
Wer nutzt denn nun Crowdsourcing?
Alex Bogusky, einer der Inhaber der namhaften Werbeagentur Crispin Portet + Bogusky (CP+B), beschreibt in seinem Blogspot, wie einst Scriptschreiber in Hollywood in einem Büro arbeiteten und ein Festgehalt bezogen, heute jedoch rein spekulativ schreiben, an den Einnahmen beteiligt werden und dadurch auch wesentlich motivierter sind. Auch ist es dank des Web 2.0 ganz egal, wo sie sich befinden und wer als Scriptschreiber arbeitet – eine gute Story ist eine gute Story.
Oder nehmen wir Starbucks, Amerikas meistverbreitetes Kaffehaus: Unter mystarbucksidea.force.com fragt Stadtbucks nach den Wünschen seiner Kunden; nach Ideen und Anregungen („Free Coffee on Friday“) – mit einem unglaublichen Feedback. Auch CP+B fragen online nach Designs und Ideen für ganz konkrete Kundenaufträge. Sie wissen, die Crowd hat ein ungeheures kreatives Potential, dass nicht ungenutzt gelassen werden soll – mit großem Erfolg.
Ganz aktuell sucht CP+B nach einem neuen Logo für Brammo Electric Motorcycle – für 1.000 Dollar Provision. Und der Softwaretester uTest zahlte dieses Jahr im Rahmen seines BugBattle 4.000 Dollar für denjenigen, der die besten Twitter-Bugs entdeckt. In letzte Zeit entdecken selbst Regierungsorganisationen, Stadtplanungsämter oder Non-Profit-Organisationen das große Potential von Crowdsourcing. Denn dadurch, dass eine Öffentlichkeit frühzeitig an Projekten partizipiert sind die Lösungen gut, kreativ und valide und können durch die Beteiligung Vieler an der Problemlösung am Ende auch leichter umgesetzt werden.



Spannender Artikel. Auch im Kreativ-Bereich gibt es erfolgreiche Crowdsourcing-Plattformen für Logo-Design oder Webdesign. Wir betreiben beispielsweise seit einem knappen Jahr das Protal http://www.designenlassen.de
Hier kann man Designeprojekte an eine Community aus 3000 Designern “Crowdsourcen”.
vielen Dank für den spannenden artikel. ein portal das ich in diesem zusammenhang unbedingt nennen möchte ist http://www.brainfloor.com . das crowdsourcing / open innovation portal im deutschen sprachraum mit dem einzigartigen brainfloor.com – system. unternehmen stellen die fragestellung auf die plattform und erhalten die gewünschte zahl an lösungen. viele haben mehr ideen!!!
[...] Daran anknüpfend werden diese Netzwerke aus Interessengemeinschaften genutzt, um Follower für die Unterstützung der eigenen Tätigkeiten zu gewinnen. Das können Demonstrationen sein, Unterschriftenaktionen, das sammeln von Publikum vor öffentlichen Auftritten oder ein Aufruf zur Unterstützung im Wahlkampf. Diese Art der politischen Mobilisation nennt man im Hinblick auf Twitter Crowdsourcing. [...]