Zahlreiche Datenskandals mit teilweise sehr unglücklichem Ausgang, wie der Datenklau bei der VZ-Gruppe, machen die Runde: Erst letzten Dienstag berichtete Spiegel online über einen erneuten Datenskandal bei der Telekom Tochter T-Mobile; die Berliner Landesbank versucht derzeit noch die Ausspähung zehntausender Kundendaten (inklusive Adressdaten, Konto- und PIN-Nummern) in den Griff zu bekommen, bei Kabel Deutschland, dem bundesweit größten Kabelbetreiber, wurden ebenfalls Kundendaten im Rahmen einer Aquise-Aktion an Call-Center weiter gegeben und kursieren nun im Internet und neben zahlreichen Datenskandalen bei der Bahn scheinen auch staatliche Stellen wie bspw. das Landeskriminalamt NRW oder die Bundesagentur für Arbeit gegen Datenpannen nicht gefeit zu sein. Diese Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Vor dem Hintergrund, dass selbst etablierte und scheinbar vertrauenswürdige Unternehmen und Organisationen Datenpannen bzw. -klau nicht vermeiden können, ist es fraglich, ob persönliche Angaben (wie bspw. die politische Orientierung oder der Familienstatus) im Internet überhaupt gemacht werden sollten. Diese Frage stellt sich vor allem daher, da persönliche Daten auch trotz einer Sperrung im eigenen Profil ermittelt werden können. Selbst nach Kündigung von Mitgliedschaften bleiben diese Daten bei manchen Plattformen oder persönlichen Gästebuch- und Forenbeiträgen bestehen. Für Phishingbetrüger, also solche, die berufsmäßig arglosen Angestellten delikate Informationen rausleiern, können dieser Art Informationen die Eintrittskarte für weitere Interna sein (womit wir im Umfeld der Spionage angelangt wären). Da Interaktion mit anderen Menschen jedoch die Mitteilung persönlicher Daten voraussetzt und erst durch diese Personalisierung zum Teil überhaupt sinnvoll wird, werden wir mit Nutzung sozialer Plattformen zugleich angreifbar. Für den Umgang mit Daten haben wir daher fünf einfach umzusetzende Tipps zusammengestellt, welche den Umgang mit sensiblen Daten im Internet erleichtern sollen:
- Anmeldung: Bei der Anmeldung werden meist Name, Geburtsdatum sowie E-Mail-Adresse verlangt. Das Geburtsdatum erinnert zwar Freunde an das Versenden von Glückwünschen, dient aber gleichzeitig auch zur Verifizierung und Identifizierung von Personen (bspw. bei Namensgleichheit). Aber auch bei altersbeschränkten Inhalten, die einem so genannten Adult-Check unterliegen, müssen Name inkl. Geburtsdatum angegeben werden, um an die nicht jungendfreien Inhalte zu gelangen. Ein falsches Geburtsdatum kann hier also schützen und für Verwirrung sorgen. Und Freunde wissen in der Regel sowieso, wann man Geburtstag hat.
- E-Mail-Adresse: Nach Möglichkeit sollte man eine anonymisierte Email-Adresse in Form von holla-die-waldfee@gmx.de verwenden. Diese kann man ohne Schwierigkeiten bei web.de, gmx.de oder einem anderen Provider kostenlos anlegen – natürlich ebenfalls mit falschen Daten. Denn obwohl die eigene, richtige E-Mail-Adresse in Profilen zumeist ausgeblendet werden kann, würde sie als Bestandteil der Profilinfos im Zuge einer Datenpanne trotzdem ausgelesen werden. Früher oder später kann man davon ausgehen, dass man sich damit auf der einen oder anderen VIAGRA-SPAM-Liste findet.
- Bankverbindung/Kreditkarte: Kontodaten im Internet anzugeben ist eigentlich ein absolutes Tabu, kann aber nicht ganz vermieden werden. Schaut man in die Nachrichten stellt man fest, dass hunderttausende von Kunden ihre Kreditkarten erneuern mussten, da Kartendetails im Internet erhältlich waren und missbraucht wurden. Demgemäß sollten Zahlungen, sofern möglich, stets als Vorkasse oder per Überweisung nach Rechnungserhalt getätigt werden. Zwar sind die Bankverbindungen einem Unternehmen oder einer Organisation dann auch bekannt, jedoch liegen diese bei der zuständigen Rechnungs- bzw. Buchungsstelle und sind nicht Bestandteil des personlichen Netzwerk-Profils. Noch ein Tipp: Eine absolut anonyme Zahlungsmethode bieten PrePaid-Karten, die an (fast) jeder Tankstelle (natürlich) bar bezahlt werden können.
- Eigene Website: Wer eine eigene Website hat, womöglich noch www.vorname-nachname.de und diese in seinem Profil veröffentlicht, dem muss klar sein, dass er damit zugleich seine Anschrift, seinen vollständigen Namen und evtl. seine Telefonnummer im Internet veröffentlicht. Denn an diese Daten gelangt man innerhalb von Sekunden über eine Domain-Abfrage in den Registrierungsdatenbanken bei Providern wie www.denic.de.
- Generell gilt: Weniger ist oft mehr und eine gesunde Portion Misstrauen hat nichts mit Paranoia zu tun und auch nicht damit, dass man etwas zu verbergen hat! Informationsknappheit dient hier dem reinen Selbstschutz, nämlich damit der Aufenthalt in sozialen Netzwerken Spaß macht und sich nicht zum Daten-GAU entwickelt.
Übrigens: Wer ein Mal sehen möchte, welche personenbezogenen Informationen im Internet frei zugänglich sind, muss nur die Personensuchmaschine www.123people.de bemühen, Vor- und Nachname eingeben und staunen.


