Ich weiß, wo dein Haus wohnt – So geht man mit den neuen Sicherheitseinstellungen bei Facebook um

17.12 2009

Die Umstellung wurde über einen kleinen und recht unscheinbaren Wizzard eingeleitet, über den alle Facebook Nutzer einmalig auf die verbesserten Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre informiert wurden. Wir haben uns diese neuen Einstellungen genauer angeschaut und hier ist nun die Anleitung, wie man auch nachträglich diese Einstellungen gut umsetzen kann.

Facebook Apps

Bisher war es so: Mit Zustimmung zu MafiaWars, Farmville oder den allseits beliebten und vielseits gehassten Glücknuss-Tageshoroskop-Welcher-Promi-bist-Du-Anwendungen hatten die Hersteller Zugang auf die jeweiligen Profildaten. Dabei gingen die Facebook Betreiber (bei denen es sich in der Hauptsache um Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, dem US-amerikanischen Unternehmer Peter Thiel, der russischen Investmentfirma Digital Sky Technologies und dem multinationalen Softwaregiganten Microsoft handelt) so weit, den Entwicklern in Verbindung mit den User-Namen auch Zugang zu deren Profilbildern und Adressangaben anzubieten.

Was viele nicht wussten ist, dass Hersteller von Apps, die man selbst gar nicht zugelassen hat, jedoch Freunde nutzten, ebenfalls Zugang auf die eigenen Profilinformationen bekamen (sofern man nicht das Glück oder den Nerv hatte, durch den Wust der Privatsphäreneinstellungen zu dem Menüpunkt Anwendungen/Einstellungen zu gelangen, um dort entsprechend restriktiv vorzugehen).

In den neuen Privatsphäreneinstellungen kann man das nun wie folgt regeln: In der obigen, horizontalen Navi „Einstellungen“ > „Privatsphären-Einstellungen“ > „Anwendungen und Webseiten“ > „Was deine Freunde über dich mit anderen teilen können“ anklicken und auswählen, ob und was solchermaßen nicht zugelassene Apps von Freunden erfahren dürfen. Am besten gar nichts.

Status-Updates

Statusmeldungen können nun nutzergesteuert veröffentlicht werden. Das heißt, wer ab jetzt eine Statusmeldung setzt, bekommt beim ersten Mal nach der Umstellung eine Meldung angezeigt, wer diese Meldung alles sehen wird bzw. darf. Neben dem Button „Teilen“ gibt es eine Option (ein Schloss), über die nun eingestellt werden kann, Status-Updates Freunde, Freunde von Freunden oder Allen anzeigen zu lassen.

Grundlegend kann man dies wieder über die „Einstellungen“ >  „Privatsphären-Einstellungen“ >  „Profilinformationen “ ändern.

Bessere Kontrolle über „Wer euch kontaktieren darf“

Die neuen Einstellungen erlauben es über die Funktion „Einstellungen“ >  „Privatsphären-Einstellungen“ >  „Kontaktinformationen“ zu entscheiden wer zur Kontaktaufnahme berechtigt ist bzw. eine Nachricht schicken darf und wer nicht („Mich als Freund hinzufügen“ und „Mir eine Nachricht schicken“).

Das eigene Profil aus Suchergebnissen im Web verbergen

Private Bilder aus seinem Social Networking Profil zeigt man nur ungern im Web. Aber weil viele Networker sich eben nicht die Mühe machen, entsprechende Einstellungen vorzunehmen, sind ihre Bilder im Netz. Und während man bei Facebook Bilder auch wieder entfernen kann ist das im www wirklich schwierig: Drin ist drin.

Um also private Bilder aus Suchergebnissen von Google bis hin zu Personensuchmaschinen raus zu halten, gibt es eine Einstellung. Diese findet man unter „Einstellungen“ >  „Privatsphären-Einstellungen“ >  „Suchen“. Häkchen bei „Öffentliche Suchergebnisse“ raus und alles ist gut.

Empfohlene Einstellungen

Eine der kritisierten Schwachstellen von Facebooks Umstellungs-Wizzard war die Tatsache, dass hier die schwächsten aller möglichen Einstellungen zur Sicherung der Privatsphäre als „Standard“ gesetzt waren. Wer also diese Einstellungen beibehielt, der hat im Prinzip nichts geändert und ist somit auf dem Stand von vor den eigentlich empfohlenen Privatsphären-Einstellungen.

Jeder, alles und überall

Die Einstellung „Jeder“ heißt wirklich „Jeder“! Wer diese Einstellung irgendwo gesetzt hat, dem muss klar sein, dass wirklich Jeder über das Internet Zugriff hat (außer aus Ländern wie dem Iran) auf Informationen des eigenen Profils. Wieso Facebook diese Option überhaupt noch anbietet, wissen wohl nur Marketing-Experten, Datensammler und Facebook selbst.

Problematisch ist bei der „Jeder“-Einstellung auch, dass diese Informationen von den Suchmaschinen erfasst werden und dadurch sich nicht mehr einfach entfernen lassen. Denn selbst wenn sie vom eigenen Profil gelöscht hat, liegen sie immer noch im Cache der Suchmaschinen.

Von der Jeder-Funktion ist dringend abzuraten.

Grundsätzlich öffentliche Daten

Bisher konnte man die Liste seiner Freunde nur einem beschränkten Kreis zugänglich machen. Das ist nun vorbei; die Funktion wurde aus den Privatsphäreneinstellungen entfernt.
Ebenso grundsätzlich öffentlich sind seit der Umstellung

  • Name
  • Profilbild
  • Wohnort
  • Geschlecht
  • Netzwerke
  • Fanseiten

Fazit:

Es ist wohl davon auszugehen, dass kaum die Hälfte der etwas über 350 Millionen Facebook Benutzer sich mit den neuen Einstellungen auseinandergesetzt, geschweige denn, sie angepasst hat. Die Meisten werden den Wizzard wohl als lästiges Irgendwas weggeklickt haben und es nicht interessieren, was mit ihren Spaßbildern und –kommentaren auf Facebook geschieht. Aber denjenigen, die ein Interesse am Schutz der Privatsphäre haben, sollten die hier gezeigten Veränderungen eine deutliche Verbesserung im Umgang mit persönlichen Informationen mit sich bringen.

3 Responses to “Ich weiß, wo dein Haus wohnt – So geht man mit den neuen Sicherheitseinstellungen bei Facebook um”

  1. [...] This post was mentioned on Twitter by Tobias Reiff, Misupilami. Misupilami said: So geht man mit den neuen #Facebook Sicherheitseinstellungen auf Facebook um – #privacy #privatsphäre #security – http://ow.ly/N4Hh [...]

  2. [...] ein paar Tagen berichteten wir, wie man die neuen Privatsphäreneinstellungen bei Facebook nutzt, um sein Profil gut abzusichern. Soweit nur ein Profil bei Facebook geführt wird, sind keine weiteren Vorkehrungen mehr [...]

  3. [...] vor ziemlich genau einem Monat die Betreiber von Facebook neue Privatsphäreneinstellungen umsetzten, haben die meisten Facebook-Nutzer die Information und Weiterleitung zu einem kleinen [...]

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