Google Buzz ist der neue Dienst des Suchmaschinengigantens, der auf den Google-Mail-Account bzw. Gmail aufsetzt und so Zugang zum Buzz Netzwerk schafft. Mit der Social Networking Site Buzz können dann sämtliche Community-Funktionen in Anspruch genommen werden (Inhalte tauschen, live Status-Updates, etc.) und wie gewohnt der E-Mail Verkehr getätigt werden.
So weit, so gut. Problematisch war jedoch, dass Buzz automatisch Kontakte aus den Google-Mail Konversationen als Freunde hinzufügt, wodurch E-Mail Kontakte öffentlich wurden. Auch alle Status-Updates waren für die am häufigsten genutzten Mail-Kontakte öffentlich. Da diese analysiert werden, fügt Buzz auch eigenständig Status-Updates von Personen hinzu, die nach einer Schlagwortanalyse passen könnten. Zudem werden Daten aus dem Google Reader, sowie freigegebene Alben aus dem Google Foto-Tool Picasa ebenfalls mit Buzz verknüpft und im Netzwerk öffentlich gemacht.
So hat es nicht lange gedauert, bis das ziemlich eigenständige Social Networking von Buzz den Nutzern ein Gefühl der völligen Bevormundung vermittelte und sie sich überdies in ihrer Privatsphäre absolut gestört fühlten.
Antrag auf Sammelklage
Dieses Gefühl hatte die amerikanische Gmail Nutzerin Eva Hibnick aus San José, Florida, ebenso und reichte aufgrund dessen vor dem US-Bundesgericht Antrag auf Sammelklage ein wegen der Verbreitung Personen bezogener Daten ohne vorherige Zustimmung der Nutzer. Begründet wird dies mit Verstößen unter anderem gegen das Computer Fraud and Abuse Act, so berichtet der San Fransisco Chronicle.
In den USA gibt es etwa 30 Millionen Gmail Nutzer, die nun aufgefordert sind, sich der Klage anzuschließen. Dabei fordert die Klägerin Google dazu auf, den Datenschutz nachzubessern. Darüber hinaus möchte sie eine Verfügung gegen Google erwirken, damit der Konzern in Zukunft nicht in ähnlichen Bereichen agieren kann.
Kritik seit Eröffnung des Netzwerks
Der mangelnde Datenschutz stand seit Beginn im Kreuzfeuer, so dass Google unter vielen Entschuldigungen versprach nachzubessern. Die Sicherheitseinstellungen wurden ausgeweitet und den Nutzern geraten, die nach Anmeldung per se ein öffentliches Profil hatten, nun das neu kreierte, eingeschränkt öffentliche Profil zu nutzen. Damit waren vor allem die Erstanmelder gezwungen sich durch die Privatsphäreneinstellungen zu wühlen.
Einige Journalisten hatten bereits kritisiert, dass durch die Offenlegung der Mail-Kontakte heimliche Beziehungen zu Informanten veröffentlicht wurden. Ein weiterer Kritikpunkt war, dass die Offenlegung der Mail-Kontakte zudem eine Einladung für Stalker wäre. Aus diesen Gründen hatten die Datenschützer des Electronic Privacy Information Center (EPIC) bei der Federal Federal Trade Commission (FTC) eine Untersuchung bezüglich Google Buzz gefordert.
Fazit
Buzzer sehen sich als Test-Opfer eines unausgereiften Google-Dienstes, mit dem Google vorschnell auf dem Markt gegangen ist, um nicht den Anschluss an die Social Networking Sites zu verpassen. Interessant in diesem Zusammenhang sind Untersuchungen, in denen davon ausgegangen wird, dass soziale Netzwerke wie Facebook die online Verkaufsstätten der Zukunft sein werden. Damit sind Social Networks zugleich die neuen Adressaten für online Anzeigen- bzw. Online-Marketing – dem bisher einträglichsten Geschäft von Google.


