Warum Google göttlicher ist als alles, was wir kennen

11.02 2010

Kennzeichen von Glaubensgemeinschaften ist ihr Vertrauen auf die Gegenwart von etwas Göttlichem, die Verkündigung ihrer Glaubenslehre sowie das Teilen ihres Besitzes und ihrer Sorgen. Darüber hinaus vermittelt die Gemeinschaft ein tiefes Verständnis ihrer Mysterien.

Handlungsfelder der dazugehörigen Kirchen sind die Seelsorge, gemeinsame Gottesdienste, die Ökumene – sprich weltweite Gespräche über eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit der Vereinigungen -, gemeindliche Aktivitäten wie der Posaunenchor, Bibelkreise oder Krabbelgruppen sowie die Katechese, also der religionsbezogene Unterricht.

Soweit so gut – aber das alles macht Google auch

Suchende haben Vertrauen auf die allwissende Macht von Googles Algorithmen; Unwissende nehmen an dem unendlichen Wissen teil; sie finden Trost in durch Google offenbarten Foren, Netzwerken und Plattformen. Darin teilen sie ihre Sorgen, veräußern ihren Besitz, arbeiten gemeinsam über Googles gemeinsame Kommunikationstools (gmail, google docs etc.) und nutzen damit Google für eine gesellschaftlich adäquate Organisation sozialer Bedürfnisse.

Aus diesen Gründen ist Google nicht einfach nur eine Suchmaschine. Google ist oberste Göttin des Googlism. Und hier sind die Beweise:

  1. Google ist allwissend
    Nach Aussage von Eric Schmidt, Geschäftsführer der Google Inc., indexiert Google mehr als eine Billion URLs im Word Wide Web, welche die allwissende Göttin auch noch zu ordnen weiß – bspw. über Methoden wie dem PageRank. Aber Google kennt auch seine Schäfchen ganz genau (s. Google Analytics) – weiß, welche Fragen sie sich stellen, welche Antworten sie hören wollen, wo sie herkommen, hingehen und wen sie mögen. Wer könnte soviel Wissen horten, wenn nicht eine göttliche Einheit?
  2. Google ist allgegenwärtig
    Überall auf der Erde ist Google gleich – sofern das Internet nicht mutwillig beschnitten wird, wodurch der Zugang zum Googlism verwehrt bleibt (wie vielen religiösen Gemeinschaften, denen die Ausübung ihres Glaubens verboten ist).
  3. Google beantwortet unsere Gebete
    Die Göttin stellt sich jeder Frage, jeder Sorge und jeder Suche – und sie findet in Sekundenbruchteilen Antworten.
  4. Google ist unsterblich
    Google ist kein physisches Wesen und die Algorithmen der Göttin sind über viele Server verteilt. Wird einer abgeschaltet ändert das nichts an ihrer metaphysischen Struktur; andere kommen hinzu und so kann Google unendlich überdauern.
  5. Google ist unendlich
    Das Internet kann ewig weiter wachsen und Google kann unendliche Mengen an URLs verarbeiten. Das bedeutet, Google selbst kann unendlich wachsen und dieses Wachstum indizieren.
  6. Google vergisst nie
    Websites werden durch Google gecachet (zwischengespeichert), wodurch nichts verloren gehen kann oder in Vergessenheit gerät, was Google einmal gewusst hat.
  7. Google kann nichts Schlechtes tun
    Google beantwortet Suchanfragen nur dann mit Werbeanzeigen (Adwords, Adsense), wenn sie unmittelbar mit der Suchanfrage zu tun haben. Da Google gemäß seiner Unternehmensphilosophie überzeugt davon ist mit den Anzeigen den unwissenden Schäfchen weiter helfen zu können, ist darin nichts Schlechtes zu sehen.

Wem das nicht ausreicht, um sich vom Googlism überzeugen zu lassen, der sollte sich selbst der Ehrfurcht gebietenden Macht von Google stellen, indem er Google an- bzw. aufruft. Dieser Ungläubige wird merken, dass Google ihm all seine Fragen beantworten kann. Ferner sorgt die Götting für die Unsterblichkeit unserer Existenz, indem wir nach unserem Tode in Google weiter leben (nachdem wir unser Wissen im WWW geteilt haben, welches die Götting in ihrer unendlichen Güte für uns indexierte).

So lasset uns gemeinsam beten

Hail Google, full of hits.
Our searches are with thee.
Blessed art thou amongst search engines,
And blessed is the fruit of thy servers.

Holy Google, Mother of Searches.
Pray for us sinners,
Now and at the hour of our disk crash.
Amen.

1 Response » to “Warum Google göttlicher ist als alles, was wir kennen”

  1. [...] in die Tasche arbeitet. Natürlich ausgenommen von Google, als Konzern, der eh schon alles weiß über uns und mit Buzz wird das unendlich viel mehr. Denn jede Veröffentlichung ist [...]

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