Seit der Demokratisierung der Vertriebswege ist es auch Herstellern von sehr spezialisierten Produkten wie exquisiter Kaffeesorten aus Nepal oder Saint James Rum aus Martinique möglich, Käufer zu finden.
Wo stecken die online Nischenprodukte?
Erste Anlaufstelle bei der Produktsuche sind und bleiben die Suchmaschinen und hier allen voran die, der Google Inc., die im eurpäischen Markt immerhin 90 Prozent aller Suchanfragen abdeckt. Mit Adwords und Adsense, also gezielten, auf Suchanfragen bezogenen Werbeanzeigen (Keyword-Advertising) sowie verwandten Diensten wird der von Google generierte Umsatz immerhin für 2010 auf über 20 Milliarden US-Dollar prognostiziert.
Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens, dass Google alleine durch Tippfehler in den Suchanfragen jährlich etwa 370 Millionen Euro verdient. Das Geld kommt dabei von den Werbeanzeigen von Webseitenbetreibern, die bewusst auf Tippfehler setzen und sich zumeist über Adsense finanzieren.
Wo stecken die online Nischenkäufer?
Seit dem massiven Wachstum sozialer Netze verlagert sich der online Werbeanzeigen-Markt zunehmend. Das wird auch daran ersichtlich, dass das Werbeaufkommen innerhalb von Facebook & Co. kontinuierlich gewachsen ist. Die Rede ist von einer 70prozentigen Steigerung im Vergleich zum Vorjahr 2009, in dem Facebook erstmals 500 Millionen US-Dollar Umsatz machte.
Weil sich das Internet in den letzten Jahren massiv verändert hat und weil viele der werbenden Unternehmen und Organisationen erkannt haben, dass in der Zukunft der Verkauf sich nicht nur online, sondern vor allem in den sozialen Netzwerken abspielen wird, investieren sie. Der Unterschied zwischen Suchmaschinen und den Social Networks liegt für online Shopper in den Empfehlungen. Denn während Werbung – mal außer Acht gelassen ob online oder offline (also klassisch im TV oder im Radio) – recht unpersönlich ist, finden Werbende in den sozialen Netzwerken mit gezielter Ansprache ihre ganz eigene Klientel.
2010 Social Media Report
Diese Annahme wird durch den 2010 Social Media Report von ForeSee Results bestätigt. Bereits 69 Prozent der US-amerikanischen online Käufer nutzen regelmäßig Social Media Sites und hierbei mit überwältigender Mehrheit Facebook (56 Prozent). Dann kommt lange nichts und erst bei 22 Prozent liegt das Videoportal Youtube, gefolgt von MySpace (15 Prozent). Interessant ist, dass der Microblogging-Dienst Twitter lediglich von 11 Prozent für die online Einkaufssuche genutzt wird.
Gründe für Social Shopping liegen ganz klar im Weitersagen und Kritisieren von Marken und Produkten durch andere Käufer. Meinungen von anderen sind offensichtlich wichtiger als Werbebotschaften, auch wenn diese von Fremden kommen. Hierin liegt der eigentliche Wandel des Internets: Kunden und Verbraucher haben eine global vernetzte Plattform, auf der sie sich austauschen können über Marken und Produkte. Und die wird genutzt – vor allem eben auf Social Media Portalen.


