Facebook hat 400 Millionen aktive Nutzer und ist damit nicht nur weltweit das größte Social Networking Portal, sondern liegt in Europa und den USA auf Platz eins der beliebtesten Social Media Sites. Allein zwischen März und Juli 2009 hat sich die Zahl der Nutzer auf Facebook verdoppelt.
Die Nutzung der Social Networking Site ist kostenlos, so dass sie indirekt finanziert werden muss. Mit 2,5 Milliarden Foto-Uploads im Monat, einer Bereitstellung in 70 verschiedenen Sprachen (vor einem halben Jahr waren es noch 50 Sprachen) und dem Teilen von mehr als 3,5 Milliarden Inhaltsobjekten (Links, Blogspots, etc.) in den Status-Updates durch Nutzer wird deutlich, dass allein die Serverleistungen und –kapazitäten enorm sein müssen.
Laut Facebook mussten in der Zeit nach Gründung (Beginn des Jahres 2004) erst ein Mal eine knappe halbe Milliarde Euro an Investitionen getätigt werden, um die für ein reibungsloses Funktionieren erforderliche strukturelle und technische Infrastruktur aufzubauen. Und auch wenn in Schätzungen der Verkaufswert von Facebook zwischen 10 und 15 Milliarden angegeben wird, erreichte Facebook erst im 2. Halbjahr 2009 einen positiven Mittelfluss. Für das Jahr 2010 wird, laut Aufsichtsrat Mark Andreessen, mit einem Umsatz von 500 Millionen bis hin zu eine r Milliarde gerechnet.
Haupteinnahmequelle
Erstes Standbein ist und bleibt die Werbung, welche in personalisierter Form Nutzern eingeblendet wird. Gerade dieser Sektor steht einem unglaublichen Wachstum gegenüber, da Empfehlungsmarketing in Social Networks langsam aber sicher das Schlagwort bezogene Suchmaschinen-Marketing ablösen wird.
Nutzer bezogene Einkünfte
Auf Facebook gibt es tausende Applikationen. Für einige, im Mittelpunkt stehen Spiele wie Farmville mit mittlerweile 75 Millionen Mitspielern, kann man für ein schnelleres Vorankommen Cashpoints, also virtuelle Güter, kaufen.
Zynga, Softwareschmiede von Farmville und darüber hinaus MafiaWars, Fish- und Petville sowie Cafe World, bindet über eben diese Spiele ca. 230 Millionen Facebook-Nutzer an sich. Und generieren laut New York Times dadurch jährliche Einnahmen von 250 Millionen US-Dollar. Zur Zeit muss sich Mark Pincus, Geschäftsführer von Zynga, jedoch mit ganz anderen Dingen auseinandersetzen: Nach einer Sammelklage in den USA aufgrund übler Abo-Praktiken bei Farmville haben nun auch hiesige Datenschützer den Konzern im Visier.
Zurück zu den Nutzer bezogenen Einnahmen: 30 Prozent des über den Kauf von Spielgeldwährung generierten Umsatzes erhält Facebook. Für diesen Zweck ist Facebook bereits eine strategische Partnerschaft mit dem online Bezahlsystem PayPal eingegangen, einer Tochter des Internet-Auktionshauses ebay.
Unternehmensbezogene Einnahmen
Nachdem in der ersten Entstehungsphase private Nutzer sich auf Facebook ihre Profile angelegt hatten, um die wesentlichen Community-Funktionen in Anspruch zu nehmen (Freunde finden, Netzwerke aufbauen, Inhalte austauschen), bauen seit gut zwei Jahren Unternehmen und Organisationen sich eigene Präsenzen in Facebook auf, da sich diese hervorragend für Social Media Kampagnen nutzen lassen.
Darauf hat Facebook unlängst reagiert und so bspw. die Auswahlkriterien für die Anmeldung einer Fanseite spezifiziert. Hier kann nun zwischen verschiedenen Zuordnungskriterien gewählt werden (bspw. Marke, Produkt oder Organisation, Künstler, Band oder öffentlicher Person sowie verschiedenen Bereichen aus dem lokalen Gewerbe).
Es ist gut vorstellbar, dass sich künftige Bezahlmodelle an diese Zuordnungskriterien halten werden. Das bedeutet, dass es Fanseiten von Unternehmen und Marken gegen Gebühr geben wird. Vorstellbar ist, dass kommerzielle Anbieter monatlich – je nach Zuordnung – eine gestaffelte Pauschale entrichten werden. Ein separates Bezahlsystem wird wahrscheinlich die Einnahmen von Entwicklern regeln, welche die lukrativen externen Anwendungen konzipieren und umsetzen.



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