Sprachliche Neuregelungen bei Facebook: „I Like“ anstatt „Become a fan“

30.03 2010

Eine eigene Präsenz für Unternehmen und Marken im weltgrößten sozialen Netzwerk Facebook hieß bis vor kurzem noch Fanseite (Fanpage). Jetzt heißt sie Page. Und um bisher seine Nähe und Affinität für eine Marke oder ein Unternehmen auszudrücken, wurde man Fan. Bald nicht mehr – ein einfaches „Gefällt mir“ reicht. Was dann kommt, unterscheidet sich nicht vom „üblichen Fanstatus“: Durch die dauerhafte Verbindung mit der Page erhält man alle Statutupdates direkt auf in seinen Stream.

Erst etwa vor einem Jahr – im Februar 2009 – hatte Facebook den „Gefällt mir“-Button eingeführt, um eine Möglichkeit zu bieten, schnell sein Wohlgefallen auszudrücken: Ein Klick und schon hatte man seine Zustimmung zu einem Beitrag gegeben. Gleiches gilt nun für die neue sprachliche Regelung, sprich dem „Gefällt mir“-Button für Pages.

Welchen Hintergrund haben die sprachlichen Regelungen?

Die sozialen Netzwerke sind die zukünftigen Plattformen für Empfehlungsmarketing. Das mag viele Gründe haben: Zunächst ist es einfach bequem, wenn man die Plattform, auf der man sich täglich bewegt, nicht für die Suche nach dem passenden Kühlschrank oder einem guten Film, verlassen muss. Darüber hinaus besteht in sozialen Netzwerken die Möglichkeit, mit seinen bevorzugten Marken und Unternehmen zu kommunizieren – zumindest mit denen, die den Austausch für wichtig halten und Kritik als Anstoß zur Verbesserung werten (und nicht wie bspw. Nestlé, welches nach einer massiven Anti-KitKat-Kampagne just seine Page mit 700.000 Fans aus Facebook nahm).

Ein weiterer Grund, der Social Networking Sites als unverzichtbares Marketingtool ausweist ist der, dass wir längst Fremden vertrauen was Empfehlungen angeht. Der persönliche Hinweis einer völlig unbekannten Person ist demnach wichtiger als gezielte one-way Werbebotschaften von Unternehmen. Diese Wende haben wir der Social Media Internet-Ära zu verdanken, in der Internetnutzer die Position des Herausgebers selbst übernommen haben. Jeder ist wichtig, jede Meinung zählt und Jeder ist potentieller Multiplikator von Empfehlungen – oder aber von Kritik.

Daumen hoch auf Facebook

Anhand statistischer Auswertungen wird deutlich: Der durchschnittliche Facebook Nutzer klickt zwei Mal häufiger „Gefällt mir“ als „Ein Fan werden“. Logische Schlussfolgerung war also die, Unternehmen einen einfacheren Weg zu bieten, schnell zu einer großen Fangemeinde (oder „Gefällt-mir-Gemeinde“?) zu kommen. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite wird es zwar auch dem durchschnittlichen Facebook Nutzer erleichtert, sich einer Marke anzuschließen, doch ist es für nicht mehr ganz so übersichtlich, wem er seine Unterstützung gibt.

Generell ungelöst bleibt jedoch der Fanstatus. Viele Unternehmen bieten interessante oder auch wichtige Informationen, die sie über ihre Unternehmenspräsenz (sprich: Page) ihren Fans (sprich der „Gefällt mir-Gemeinde") zur Verfügung stellen. Doch Interesse an einer Sache macht noch lange keinen Fan, was genau der Grund ist, warum der „Gefällt mir“-Button häufiger geklickt wird.

Jetzt herrscht Verwirrung unter den Facebook Werbetreibenden: Auf die Frage, wie zukünftig potentielle Fans angesprochen werden sollen wenn „Ein Fan werden“ sprachlich ausläuft, rät Facebook zu Formulierungen wie „Finde uns auf Facebook“ und anstatt von Fans könne man von „Menschen, die uns auf Facebook mögen“ oder auch von „Verbindungen auf Facebook“ sprechen.

Twitter scheint hier mit den „Followern“ die beste Formulierung gefunden zu haben.

Ausblick

Facebook arbeitet daran, den „Gefällt mir“-Button via Facebook Connect im Internet zu verbreiten, um so vermehrt Interaktionen in das soziale Netzwerk zu bringen.

Wie und welche weiteren Änderungen in Facebook integriert werden, werden wir nach der F8 Konferenz am 21. April in San Fransisco erfahren. Bei diesem Treffen von Entwicklern und Unternehmern werden zukünftige Strategien für personalisierte Social Media Technologien ausgetüfftelt werden. 

 

2 Responses to “Sprachliche Neuregelungen bei Facebook: „I Like“ anstatt „Become a fan“”

  1. [...] die Möglichkeiten für Marken und Unternehmen kontinuierlich im Ausbau. So wird bspw. der „Ein Fan-Werden“-Fan-Button in Kürze durch ein schlichtes „Gefällt-mir&l… werden. Attraktiv ist Facebook für Unternehmen auch deswegen, weil Social Media [...]

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