Die derzeit nur noch vornehmlich von Musikbegeisterten genutzte Social Networking Site MySpace hat Medienmogul Robert Murdoch einst teuer erstanden (580 Millionen US-Dollar). Nur vier Jahre später und nach akutem Mitgliederschwund liegt MySpace weit abgeschlagen hinter seinem ehemaligen Konkurrenten Facebook zurück. Konsequenz war die Entlassung rund eines Drittels des Mitarbeiterstabes sowie die Verplichtung von Owen Van Natta, einem ehemaligen Facebook-Mitarbeiter als neuem Geschäftsführer. Doch dieser setzte zu wenig um und so verlor auch er nach nur neun Monaten seinen Posten Anfang Februar diesen Jahres.
Jetzt soll eine Doppelspitze, bestehend aus Jason Hirschhorn und Mike Jones, das neue Motto nach außen tragen: Discover and be Discovered. Dabei streben die neuen Amtsträger vor allem zwei Funktionen für MySpace an:
- Offenheit für die Verteilung und Kommunikation von Inhalten in andere Netzwerke und
- Intergration der einträglichen Social Games (wofür unlängst bereits eine Game-Site aufgebaut wurde)
Konkurrent Facebook hat sein Geschäftsmodell schon lange darauf angepasst und so bindet allein der online Spieleentwickler Zynga etwa 230 Millionen Facebook-Nutzer und erzielt damit jährlich 250 Millionen US-Dollar – mit steigenden Einnahmen.
Mit der neuen Offenheit des sozialen Netzwerks soll MySpace erste Anlaufstelle für Nutzer im Web werden, quasi eine Schaltzentrale zu anderen Social Media Plattformen. So wird die bisherige Integration des Microblogging-Dienstes Twitter weiter ausgebaut werden: MySpace-Updates können demnach vom Profil aus getwittert werden und umgekehrt ist es möglich, Tweets ins eigene Profil laufen zu lassen.
Außerdem soll der schrittweise Relaunch der MySpace Community dazu beitragen, die überfüllten Nutzer- und Musiker-Seiten zu entschlacken und übersichtlicher machen. Demnach stehen Design und Usability ebenfalls im Zeichen des Umbruchs, der vor allem künftige Werbetreibende anziehen möge.

Auch die Haltung zum Betreiber der größten Social Networking Site, Facebook, hat sich geändert. Der ehemals größte Konkurrent wird von den neuen Herren an der Spitze nun als jemand betrachtet, mit dem es sich lohnt Partnerschaften einzugehen, so in einem Interview mit USA TODAY. Bisher hat MySpace zumindest für den US-amerikanischen Markt einen guten Deal mit dem Suchmaschinengiganten Google Inc. abgeschlossen: bei Musik-Suchanfragen werden MySpace Tracks durchsucht und angezeigt (s. Bild).
Bildquelle: www.techshout.com


