Gestern im Blog wurde es bereits angekündigt, dass Facebook dem Suchmaschinengiganten Google Konkurrenz machen wird. So bereits geschehen im Bereich des online Marketings. Nun greift Facebook Google in weiteren Bereichen an – zum Beispiel im Textverarbeitungstool Google Docs.
Das heiße Eisen von Facebook, gestern auf der f8 Entwicklerkonferenz in einer Beta-Version vorgestellt, heißt docs.com und wurde in Zusammenarbeit mit dem mächtigen Verbündeten Microsoft ausgearbeitet. Das Produkt aus den Microsoft Fuse Labs ist ein klares Konkurrenzerzeugnis zu Google Docs.
Discover, Create, Share
Entdecken, erstellen und teilen kann man nun Microsoft Office 2010 Dokumente (Word, Excel, Powerpoint) mit seinen Facebook Freunden. Laut Microsoft ist dies der beste Weg, Dokumente in einer Facebook Umgebung verfügbar zu machen.

Mit dieser Applikation beschreitet Facebook einen neuen Weg im Social Networking. Hintergrund ist der, dass Community-Mitglieder zunehmend ihr Netzwerk als Ausgangspunkt für alle weiteren Aktivitäten nehmen und nur ungern die Plattform verlassen. Mit Docs.com würde die soziale Leistungsfähigkeit gesteigert werden, indem gemeinsam an Dokumenten gearbeitet werden kann und diese im Netzwerk zur Verfügung gestellt werden. Textverarbeitung in rudimentärer Form war auf Facebook bisher nur über die Notizen möglich, die recht umständlich per HTML-Tags formatiert wurden.
The Open Graph
„We are building a web where the default is social”,
so Zuckerbergs wichtigste Ankündigung. Damit das Soziale im Netz zur Norm wird, wird das Graph Protokoll bereitgestellt. Das bedeutet, dass Facebook Nutzer Inhalte externer Webseiten auf ihrem Facebook Profil anzeigen lassen können, sofern dort das Open Graph Protokoll integriert wurde. Diese Seiten sollen dann auf den Benutzerseiten als auch in den Suchergebnissen sowie im Newsfeed auftauchen. Darüber hinaus wurde, basierend auf dem Social Graph, eine Graph-Schnittstelle entwickelt, welche es Entwicklern erleichtert, Applikationen in Facebook einzubinden.

Zuckerberg & Co sind davon überzeugt, dass dies das Internet transformieren wird, indem jeder Webseiten-Betreiber personalisierte Facebook-Inhalte auf seinen Seiten anbieten kann, wodurch der Social Graph (Beziehungsnetzwerke) zum Open Graph wird (Beziehungs- und Interessennetzwerke). Damit wird Facebook zum personalisierten, allgegenwärtigen Beobachter des Internets, da die Verbindungen zwischen den Menschen nicht nur innerhalb der Social Networking Site, sondern darüber hinaus Interessen bezogen über andere Webseiten möglich wird.
Ein schlichtes „I like“, das neue Social Facebook Plugin für die Graph Api, auf einem Nachrichten- oder Musikportal geklickt und der Facebook-Bekanntenkreis weiß Bescheid. Voraussetzung ist natürlich, dass die Seiten außerhalb von Facebook ohne Facebook-Connect Möglichkeiten eines Autologin beinhalten. Neuer Standard für die Authentifizierung soll dabei OAuth werden.
Empfehlungsmarketing 2.0 – Konsequenzen für Marketing Strategen
Wenn die Anzeige von Beziehungsgeflechten in der Version 1.0 den Social Graph abbildete, so stellt der Open Graph mit der Darstellung von Beziehungen zu Menschen UND Interessen die Version 2.0 dar.
Diese große Neuerung ermöglicht über die Verbreitung bzw. Integration von Social Plugins auf den Produktseiten im Internet vor allem eines: Eine verbesserte zielgerichtete, sprich individuell geschärfte Einblendung von Werbung für Marken und Produkte. So bekommen Facebook Nutzer, deren Freunde im gleichen Shop eingekauft oder gestöbert haben, diejenigen Produkte eingeblendet, welche ihren Freunden gefallen haben.
Dementsprechend muss eine Marke oder ein Produkt, welches per „I like“ auf einer externen Website markiert wurde, mit entsprechenden Metatags versehen werden, so dass Facebook erkennen kann, ob es sich um eine Cargohose, ein Restaurant oder ein Pony handelt.



