Soziale Inhalte nach Relevanz zu sortieren ist schwierig. Zum einen steigen mit den wachsenden Benutzerzahlen auch die Anzahl der in den sozialen Netzwerken durch Nutzer generierten Inhalte (User Generated Content, UGC). Auf der anderen Seite ist Relevanz etwas Subjektives: Zu wissen, dass auf der A81 zwischen Heilbronn und Stuttgart 11 km Stau sind, lohnt sich für einen Hamburger Fischverkäufer auf seinem Weg zum Wochenmarkt nicht. Für einen Werksstudenten, der bei Porsche in Stuttgart/ Zuffenhausen arbeitet, ist diese Information jedoch relevant.
Relevante Websites
Für Webseiten hat Google den Page Rank Algorithmus. Vereinfacht gesagt werden in diesem die Anzahl der Links, die auf eine Seite verweisen, gewertet. Es geht also darum, die Linkpopularität einer Seite zu ermitteln. Eine Rolle spielen dabei die Ausgangsseiten der verweisenden Links, so dass ein Link aus der Wikipedia auf eine Website mehr Gewicht hat als bspw. von einem unbekannten Einzelhändler aus Andorra.
Was für Webseiten bei Google organic noch ganz gut funktioniert, gestaltet sich bei der Einbindung von Inhalten aus sozialen Netzwerken wie Facebook schon schwieriger. Erst vergangenen Monat hat Google eine Echtzeitkomponente in seine Suchmaschine eingebunden, mit deren Hilfe nun auch Statusupdates von den Social Networking Sites (Facebook, Twitter, Friendfeed, etc.) in den Suchergebnissen erfasst werden können. Trotzdem bleibt die Ermittlung der Relevanz von Inhalten aus sozialen Medien ein Problem. Das sieht auch Google Chef Eric Schmidt so: „We can index real-time info now – but how do we rank?“.
Hier ein interessantes und ausführliches Interview von Eric Schmidt (Gartner Symposium 2009/ Orlando) zur Entwicklung von Google.
Welche Kurznachricht hat Relevanz?
Die Google Real Time Search erfasst auch Twitter-Meldungen, wobei die Sortierung von Tweets nach Relevanz nicht ganz einfach ist. Kurz zur Erinnerung: Vor 5 Tagen ging er zehn milliardenste Tweet raus und pro Sekunde werden etwa 670 Kurznachrichten verschickt. Die Menge ist also enorm.
Twitter selbst versucht nun mit dem Dienst @toptweets relevante Tweets zu sammeln. Mit diesem Unternehmensaccount folgt Twitter allen Nutzern und errechnet über einen bestimmten Algorithmus relevante Tweets, welche über das Konto @toptweets als Retweet gesendet werden.

Dazu Abdur Chowdhury, Chef der Forschungsabteilung beit Twitter: „Top Tweets is a new algorithm we developed that finds tweets that are catching the attention of other users,” he says. „The algorithm looks at all kinds of interactions with tweets including retweets, favorites, and more to identify the tweets with the highest velocity beyond expectations.”
Von besonderem Interesse war, dass nicht nur Tweets von Promis wie Ashton Kutcher (@aplusk) oder Barack Obama (@barackobama) Einzug in die TopTweets erhalten, indem nicht nur auf die Anzahl der Followers, der Erwähnungen, der als Favoriten markierten Tweets oder Retweets geschaut wird. Denn Promis haben aufgrund ihrer Reichweite automatische eine sehr hohe Relevanz. Chowdhury spricht deswegen von "der größten nicht erwartbaren Geschwindigkeit "und meint damit die Geschwindigkeit, in der Tweets verbreitet werden. Auch bei geringer Follower-Zahl und wenigen Erwähnungen.


