Es hat sich ausgesurft mit Google Wave
Arbeiten an dem Kollaborationswerkzeug, durch das viele Menschen gleichzeitig und in Echtzeit online zusammenarbeiten können sollten, werden nach Ankündigung im Google Blog bis Ende 2010 eingestellt. Das ist nicht weiter überraschend, denn das „Alles-in-Einem“-Tool wurde von Beginn an eher kritisch als lobend diskutiert.
Nachdem der beispielhafte Hype um die 100.000 Einladungen zu Googles perfekter Welle abgeklungen waren und User die, laut Mitentwickler Lars Rasmussen, völlig neuartige „Mischung aus E-Mail, Chatprogramm, Wiki, Blog und Fotoportal“ ab September 2009 auf Herz und Nieren prüften, verlor das Kommunikationstool schnell seinen Reiz.
Als zu unübersichtlich wurde Google Wave kritisiert, indem bspw. bei der simultanen Bearbeitung einer Welle durch mehrere Benutzer an verschiedenen Stellen der Konversation verwirrende Dokumente entstanden, die eher an herkömmliche Foreneinträge erinnerten und damit nur wenige der überhöhten Erwartungen erfüllen konnten. Zudem fehlte die Integration in Gmail. Alles in allem surften Benutzer schnell auf anderen Kommunikationstools weiter.

Google Chef Eric Schmidt sagte in einem Interview, dass Google eben Dinge ausprobiere und auch seine Niederlagen feiere. Es sei absolut in Ordnung etwas Neues zu testen, was sich später auch als nicht erfolgreich herausstellen kann. Die Wave-Technologie, jedoch, soll für andere, noch geheime Google Produkte weiter verwendet werden. Hier ließ Schmidt anklingen, dass einige der Ideen mit Google Mail bzw. mit Google Buzz zu tun hätten.


