Frauen im Internet – die Übernahme geht weiter

19.08 2010

Schreiende FrauDer Großteil der heutigen Internetuser kommt nicht mehr aus dem Westen, sondern aus Asien. Und die rasante Entwicklung neuerer Technologien (Wi-Fi, 3G mobile etc.) bereitet den Anschluss von Menschen aus dem Mittleren Osten sowie Afrika vor. Die letzten offline Gebiete werden über kurz oder lang von der Weltkarte verschwinden, was bleibt ist das unterschiedliche Verhalten der Geschlechter im Umgang mit dem Internet. Unterschiede bestehen dabei weniger in der Häufigkeit der Nutzung des WWW – denn hierin ist der Anteil der Geschlechter mit 54 Prozent männlicher zu 46 Prozent weiblicher Nutznießung nahezu ausgewogen – Ungleichheiten zeigen sich vor allem in der Art der Internetnutzung.

Studie: Women on the Web: How Women are Shaping the Internet

ComScore hat sich in einer aktuellen Untersuchung der online Situation der Geschlechter angenommen. Und erstaunliches zutage gefördert. Während in den USA das Verhältnis in der Internetnutzung zwischen den Geschlechtern inzwischen zugunsten der Frauen ausschlägt, sind diese im Asien-Pazifik Raum, in Europa und in Latein Amerika immer noch unterrepräsentiert. In Singapur, Neuseeland, Russland und Kanada liegt der Anteil der weiblichen Web-Bevölkerung jedoch ebenfalls bei über 50 Prozent.

Anteil von Frauen am Internet

Den geringsten Frauenanteil im Internet weisen vor allem arme und bevölkerungsreiche Länder wie Indien oder Indonesien auf, was unter anderem auf die sehr geringe Alphabetisierungsrate von Frauen zurückgeführt werden kann.

Interessanterweise verbringen Frauen im Internet in der Regel mehr Zeit als Männer (24,8 Stunden zu 22,9 Stunden monatlich).

Trotzdem weigern sich Werbetreibende, Content Produzenten, staatliche Stellen und Non Profit Organisationen weiterhin hartnäckig, Gender bezogene Inhalte zu produzieren. Und betrachtet man „weibliche“ Inhaltsangebote im Web, dann scheint einhellig die Meinung vorzuherrschen, Frauen-Magazine, Klatsch und Tratsch und alles für’s Kind wären die Themen, mit denen man Frauen begeistern und über die man sie im Internet erreichen könnte.

Internetnutzung nach Geschlechtern

Doch weit gefehlt, erste Adresse, um Frauen im Internet zu erreichen sind die sozialen Netzwerke. Diese haben zunächst dazu geführt, dass auch ältere Frauen den Schritt in Netz gewagt haben. Später trug das ständig erweiterte Angebot an Applikationen dazu bei, dass Frauen auch in anderen Aktivitätsfeldern zunehmend vertreten waren: So geschehen beim online Spielen, Foto-Sharing (vor allem unter jüngeren Frauen verbreitet), Videos Anschauen oder Instant Messaging. Auch die Nutzung mobiler Dienste ist durch das zunehmende Networking unter Frauen extrem angewachsen.

Frauen in sozialen Netzwerken

Beim online Shopping stehen nach wie vor Frauen an der Spitze, vor allem wenn es Anbietern gelingt, Produktangebote mit Möglichkeiten des Social Networking zu verbinden. Das scheint zunächst alte Vorteile des Geschlechterkampfes zu bestätigen. Doch überlegen wir ein Mal genauer, wer zuhause für die Bekleidung der Kinder und in vielen Fällen auch noch für den Mann sorgt, dann wird klar, warum Frauen online mehr bestellen als Männer. Dementsprechend verbringen Frauen mehr Zeit auf Verkaufsseiten. Und wenn erst per Social Shopping in asiatischen Ländern oder in Südamerika die gleichen einfachen Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden, wird dieses Feld noch mehr von Frauenhänden dominiert werden. 

Fazit

Gemäß der Studie von ComScore scheinen Sport- und Autoseiten sowie der Aktienhandel im Internet die einzigen Männerdomänen geblieben zu sein. Letztendlich viel erheblicher als Geschlechterunterschiede bestimmen jedoch kulturelle Prägungen das online Verhalten von Männern und Frauen. 
 

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