Schöner Shoppen – Perfektes Empfehlungsmarketing von amazon und Facebook

13.08 2010

Facebook Connect fuer amazonamazon – der größte online Händler

Die Geschichte von amazon ist die wahrscheinlich größte Erfolgsgeschichte des Internets. Das online Kaufhaus ist bereits seit Jahren weltweit der größte Anbieter von Büchern, CDs und Videos. Dabei hat amazon quasi als Erfinder der Produktempfehlungen vorgemacht, wie man auf Basis von Empfehlungsmarketing erfolgreich verkauft. Indem das Kaufverhalten von Kunden erfasst wurde, gab es genügend Anhaltspunkte dafür, gezielt Kaufanreize zu setzen (eben über Produktempfehlungen).

amazon Empfehlungen

Darüber hinaus wurden Kunden des online Händlers in den Prozess des Marketings selbst einbezogen und waren dementsprechend wichtig (mit ihren online Lieblingslisten, Rezensionen und eigenen Händlershops). Damit lag das Potential für eine Umsatzsteigerung zu großen Teilen bei den Nutzern selbst – ein Risiko, das sich gelohnt hat.

Facebook – das größte soziale Netzwerk

In Facebook trifft man ebenfalls Menschen, die über ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Produkten sprechen. Und da es sich in erster Linie um ein soziales Netzwerk und weniger um eine Verkaufsplattform handelt, geht man davon aus, dass diese Empfehlungen ehrlich sind. Im besten Fall kann man hier sogar mit den Herstellern selbst diskutieren, bspw. auf deren Fanseite (Facebook Page); so dass alles in allem eine Kaufentscheidung möglichst fundiert gefällt werden kann.

Facebook Empfehlungen

Das weltweit größte soziale Netzwerk arbeitet ebenso wie amazon mit den sog. „branded experiences“ seiner Kunden bzw. Nutzer. Die Weitergabe dieser auf individuellen Erfahrungswerten basierenden Empfehlungen ist die Basis seiner exponentiellen Erfolgsgeschichte. Im Vergleich zum Vorjahr gab es bereits eine 70-prozentige Steigerung bei den Werbeanzeigen, welche aufgrund der Fülle vorhandener Daten (Interessen, Zugehörigkeit zu Fanseiten und Gruppen etc.) einem Nutzer maximal passend eingeblendet werden können.

Wenn also die Zukunft des Empfehlungsmarketings, bezogen auf den Anzeigenmarkt, in den sozialen Netzwerken und hier vor allem in Facebook liegt und zugleich amazon das größte online Kaufhaus ist, dessen Erfolg sich ebenso auf Empfehlungsmarketing gründet, was liegt näher, als diese beiden Giganten zu vereinen?

Hochzeit der Giganten

Mit der Integration des Social Web macht amazon einen zukunftsorientierten Schritt in Richtung Monopolsicherung. Aufgrund des Erhalts von Nutzer bezogenen Daten von Facebook werden die eigenen Produktempfehlungen zum einen umfangreicher und zum anderen um ein Vielfaches genauer, denn jedes „Gefällt mir“ zählt.

Nach der Verknüpfung über den Facebook Connect wertet amazon zunächst die Profildaten des Nutzers aus, bezieht in seine Suche nach produktrelevanten Informationen darüber hinaus jedoch auch die des angeschlossenen Freundeskreises mit ein.

amazon Facebook connect

Zu den produktrelevanten Informationen gehören sämtliche angegebenen Interessen (Musik, Filme, Reisen, liebste Fernsehserien, Bücher und Autoren etc.). Als Streitpunkt und datenschutzrechtlich bedenklich wird derzeit die Auswertung der Profildaten des Freundeskreises diskutiert. Manch einer wird es als Erleichterung empfinden, wenn durch das Auslesen der Geburtsdaten Facebook rechtzeitig auf einen Geburtstag hinweist und amazon zugleich ein passendes Geschenk vorschlägt; andere werden sich fremd gesteuert und überwacht vorkommen.

Konsequenzen des Data Minings

Durch die Anwendung statistisch-mathematischer Methoden zur Mustererkennung (Data Mining) werden Verbraucher gläserner. Auf Änderungen im Kaufverhalten kann kurzerhand mit anderen Werbeeinblendungen reagiert werden, die durch das Auslesen von Interessen oder den Beitritt zu Fanseiten jeder Zeit die erfolgreichsten Kaufanreize beinhalten. Ebenso ist der online Händler in der Lage, prompt und individuell auf Kundeninteressen zu reagieren. "Dieser Film hat dir gefallen? Hier kannst du ihn kaufen …"

Ist das Manipulation? – Natürlich.

Doch jede TV-Sendung manipuliert, jedes Gespräch gründet auf einer versuchten Überzeugung des Empfängers durch den Sender und jeder Schritt in die Welt ist begleitet von Eindrücken, durch die eine gezielte oder verdeckte Einflussnahme erreicht werden soll. Wir schlendern geruchsmanipuliert durch Reisebüros, lassen uns bei Kaufentscheidungen von Fahrstuhlmusik beeinflussen und suchen TV-verhunzt nach ganz bestimmten und bestimmt gänzlich überflüssigen Produkten. Unser Denken wird schon so lange durch Werbung und Öffentlichkeitsarbeit bestimmt, durch Agenda-Setting und Product Placement – warum sollte dies im Internet anders sein?

In der griechischen Mythologie versuchten die Giganten einst die olympischen Götter zu stürzen – und sind daran gescheitert. Im Internet zählt die Google Inc. bestimmt zu den Göttern, demgemäß kommen die neuen Giganten aus dem Social Web – bleibt abzuwarten, ob ihre „Revolte“ um Werbemarkt und online Shopping mit Erfolg gekrönt sein wird.
 

1 Response » to “Schöner Shoppen – Perfektes Empfehlungsmarketing von amazon und Facebook”

  1. [...] ist, der jedoch trotzdem Einkaufsstress an Feiertagen vermeiden will, dem bliebt immer noch der Facebook Connect auf amazon – der tut schon und dafür muss man sich nicht Mal aus dem Haus [...]

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