Unser Lieblingstool ist sie geworden, die Hootsuite, wegen der einfachen Handhabung und der übersichtlichen Darstellung. Weil man mit ihr komfortabel und kollaborativ viele Twitter Accounts bedienen kann (Multi-Account Management), weil jeder Tweet terminierbar ist und weil die statistischen Auswertungen gut sind. Und natürlich, weil die Hootsuite mit der Zeit in immer mehr sozialen Plattformen gebrütet hat – nach Twitter war bald die Versorgung von Blogs möglich (WordPress Schnittstelle), dann konnte man Updates in sozialen Netzwerke wie Facebook (Profil & Page), LinkedIn und MySpace tätigen und schließlich wurden diese um Multi-Account Management-Tools wie Ping.fm und ortsbezogene Diensteanbieter wie Foursquare erweitert.

Darüber hinaus hatte das hübsche Federvieh immer einen Blick auf ihr Gelege, das Team. Und diejenigen Mitglieder der Gattung der Strigiformes, die etwas nachlässig geworden waren mit der Nachrichtenübermittlung im Social Web, wurden erbarmungslos von anderen aufgestöbert und an ihre Zusammenarbeit erinnert.
Welches Preismodell – bis nächste Woche ist eine Entscheidung fällig
Ein Jahr lang konnten wir mit der 2., um die oben erwähnten Bestandteile erweiterten, Version unser persönliches Social Web verwalten, hatten unsere Tweet und sozialen Netzwerke im Auge und einen Blick darauf, wer welche Nachrichten wert fand, sie weiter zu verbreiten. Nun sollen wir dafür ordentlich zur Kasse gebeten werden. Welches Modell wir dabei nutzen wollen, muss bis nächste Woche klar sein.
Erst gestern Nacht hat Ryan Holmes Liebhaber der Eule informiert. Um kurz vor halb elf kam die Mail des Generaldirektors ins Haus geflattert, in der die neuen Preismodelle angekündigt wurden. Dass die Nutzung des komfortablen Tools irgendwann kostenpflichtig werden würde, daran hatte nie jemand gezweifelt. Ebenso wenig an der Berechtigung dieses Vorgehens – schließlich generieren mehr als eine Million Social Media Accounts von mehr als 400.000 Unique Usern eine Menge Traffic (Stand Juni 2010). Doch während die Bepreisung der verschiedenen Pro Accounts mit bis zu 99,99 US-Dollar (Platinum) im Monat noch nachvollziehbar ist, scheint die des Enterprise Packages mit 1499,99 US-Dollar (und erweitert mit 1998,-) schon sehr exquisit.
Pro Plans
Ab nächste Woche tickt die Uhr. Dann können Pro-Kunden weiterhin die Vorteile der Arbeit auf einer werbefreien Bedienoberfläche genießen und zudem erweiterte Statistiken (inkl. integrierter Werkzeuge wie Google Analytics ), die Einbindung mehrerer RSS-Feeds, sozialer Netzwerke und Team-Mitglieder nutzen. Als Platinum-Kunde besteht zudem die Möglichkeit die gekürzten Links mit seinem Markennamen zu kennzeichnen.

Enterprise Package
Das Enterprise Package fängt bei 1499,- US-Dollar an und geht bis 1998,-. Für diesen stolzen Preis kann man nicht nur so viele soziale Netzwerke, RSS Feeds und Team Mitglieder wie man will einbinden, inklusive dem professionellen Online-Kundenbetreuungs- und Supportsystem Zendesk, man erhält zudem eine Brand URL, VIP Training und den besten Support und bekommt zugleich einen Vanity URL Shortener, der die sog. Brand URL generiert.

Freemium Access
Die kostenfreie Nutzung richtet sich an Privatleute und hat natürlich eine eingeschränkte Funktionalität sowie eine eingeschränkte Nutzungskapazität der Hootsuite zur Folge. So sind Freemium User auf die Einbindung von maximal fünf sozialen Netzwerken beschränkt und können lediglich einen RSS Feed integrieren. Zudem können keine weiteren Mitarbeiter einen Account befüllen und es gibt weder statistische Auswertungen, noch Support, noch ist es möglich, die Hootsuite ohne Werbeeinblendungen zu nutzen.
Fazit
Ryan Holmes und seine Mitarbeiter gehen davon aus, dass auch nach Einführung der Preismodelle etwa 95 Prozent der Nutzer als Freemium User weiter bei der Hootsuite bleiben werden. Im Umkehrschluss soll es sich nur etwa bei 5 Prozent um Poweruser und Unternehmen handeln, welche die erweiterten Funktionalitäten benötigen.
Wer sich jedoch das Enteprise Package leisten will, ist fraglich. Prominente User wie Barack Obama, der online Shop Betreiber Zappos oder Medienagenturen wie Martha Stewart Media werden ohne Frage bei der Hootsuite bleiben. Auch scheint es sehr wahrscheinlich, dass Klickfarmen in Thailand oder auf Bali bei x-Tausend Accounts keine Probleme haben werden, ein Enterprise Package zu erwerben.
Was passiert jedoch mit Non-Profit Organisationen, für die eine große Reichweite, dass heißt möglichst viel Öffentlichkeit für ihre Aktionen, unerlässlich ist, um auf politische, ökologische oder ökonomische Schweinereien aufmerksam zu machen? Deren Mitarbeiter arbeiten zumeist auf ehrenamtlicher Basis, was bedeutet, dass viele Mitarbeiter an einem Projekt beteiligt sind (wodurch sie bei der Hootsuite viele Team Members benötigen). Manchmal hängt an der möglichst schnellen und weitreichenden Verbreitung ihrer Nachrichten sogar ein Menschenleben – bspw. bei einer von Amnesty Internationals Urgent Actions. Für diese Organisationen fehlen bisher eigenständige Nutzungsmodelle.


