In der realen Welt ist Stalking strafbar. In der virtuellen Welt ist durch die relative Anonymität der digitalen Kommunikationsmedien dem neuzeitlichen Phänomen juristisch nur sehr schwer beizukommen. Cyber Stalking nennt man das fiese, digitale Heranpirschen und Auflauern und es bezeichnet die Belästigung einer Person über das Internet, bspw. durch andauernden E-Mail- oder Chat-Kontakt, durch die Veröffentlichung privater Details, die sich ein Täter bspw. aus dem sozialen Netzwerkprofil des Opfers gezogen hat oder durch massives Spaming auf dessen Profil. Ein solches Verhalten kann erheblichen psychischen Druck auslösen, was ganz im Sinne der Täter liegt.
Der Facebook „Stalker Button“
Angesichts dieser Tatsachen ist es umso verwunderlicher, dass auf der weltweit größten Social Networking Site Facebook derzeit eine neue Funktion gestestet wird („Subscribe to …“), die das virtuelle Auflauern um ein Vielfaches erleichtert. Denn gerade innerhalb von sozialen Netzwerken, in denen Nutzer oftmals recht unbedarft private Daten weitergeben, ist Cyber Stalking ein Thema. Trotzdem ist es recht wahrscheinlich, dass es auf Facebook demnächst einen professionellen „Stalker Button“ geben wird. Dieser ermöglicht es, sich über jegliche Aktivität einer bestimmten Person innerhalb von Facebook benachrichtigen zu lassen. Das Feature, sofern es integriert wird, wird unterhalb des Profilbilds zu finden sein.

Tester beschrieben, die neue Funktion funktioniere in etwa so, wie die Follower-Funktion beim Kurznachrichtendienst Twitter. Indem man quasi das Profil eines Nutzers abonniert, wird man über jedes Statusupdate, über jedes Gefällt mir etc. informiert.

Noch nicht ganz klar ist, ob nur befreundete Personen sich untereinander abonnieren können oder ob man prinzipiell jeden Nutzer abonnieren kann. Ebensowenig ersichtlich ist, ob es für dieses Feature eine „Opt in“ bzw. „Opt out“ Option geben wird.
Fazit
Es dauert nur einen Klick und man kann das Profil eines befreundeten Nutzers anschauen. Dort erhält man alle Informationen, die auch über den „Stalker Button“ übermittelt werden würden. Der einzige Unterschied ist der, dass man die Aktivitäten des abonnierten Nutzers eben nicht in Echtzeit übertragen bekommt und dass man aus der Hol- eine Bring-Schuld gemacht hat. Zudem kann es sein, dass einem die ein oder andere Aktivität entgeht, da der Nutzer sie von seiner Pinnwand gelöscht hat – wofür er seine Gründe haben mag und die seien Jedem zugestanden.
So gesehen dient die „Subscriber Funktion“ im Großen und Ganzen lediglich der Bequemlichkeit und eben jenen psychotischen Networkern, die ihren Opfern sozial-medial zu Leibe rücken wollen.
Bildquelle: allfacebook.com


