
Der Kurznachrichtendienst Twitter wächst und wächst – weit mehr als 28 Milliarden Tweets wurden bisher verschickt. Das macht über 800 Kurznachrichten in der Sekunde – eine unendliche Menge, die niemand mehr überblicken kann. Dafür gibt es komfortable Suchmaschinen, die wie bspw. twazzup, nicht nur das Twitterverse nach bestimmten Keywords durchsuchen

Vergangene Woche veranstaltete Facebook eine Pressekonferenz für geladene Journalisten und Blogger. Das gab im Vorfeld vor allem deswegen Anlass zu zahlreichen Spekulationen, weil sowohl die verbesserten Bildfunktionen als auch die Veröffentlichung des ortsbezogenen Dienstes Facebook Places lediglich nebenher angekündigt wurden.
Die jetzigen Updates wurden jedoch in gewohnter Facebook Manier als sensationelle Neuerungen beschrieben, welche das Nutzerverhalten im Internet ändern würden – bspw. durch die Einführung geschlossener Gemeinschaften.

Bejubelt und kritisiert – wie jedes neue Tool muss auch der ortsbezogene Dienst “Facebook Places” für viele Visionen herhalten. Unter kritischer Beobachtung durch Datenschützer und voller Erwartungen für übermotivierte Staatsangestellte, raten diese dringend dazu an, eigene Sicherheitseinstellungen hochzufahren. Nun wird die ein oder andere bemerkenswerte Person ihren Account löschen – doch geht das Leben weiter und der Dienst auch. In spätesten vier Wochen, wenn erste Horror-Meldungen darüber, wie Einbrecher per Places-Infos Rekordumsätze gemacht haben, verklungen sind, wird – wie so oft – kein Hahn mehr danach krähen – weil schon längst die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird.

Fast ein halbes Jahr ist es nun her, dass die Deepwater Horizon, eine bp geführte Ölplattform im Golf von Mexiko, zunächst explodierte, dann unterging und schließlich einen nicht enden wollenden Unterwasser Ölstrom entfesselte. Ein halbes Jahr, in dem sich British Petrol jede nur erdenkliche Mühe gab, trotz der durch mangelnde Sicherheitsvorkehrungen ausgelösten, bisher größten Ölkatastrophe, in den Medien nicht selbst komplett unterzugehen.

Die Nato ist das verteidigungspolitische Bündnis, welches im aufkommenden Kalten Krieg gegründet wurde. Hintergrund war die Herstellung von Sicherheit durch Abschreckung und Aufrüstung und die Demonstration ständiger Abwehrbereitschaft.
Diskussionen um die Auflösung der Nato wurden spätestens nach der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Zerfall des Warschauer Paktes virulent. Nun schlägt die Debatte um neue sicherheitspolitische Konzepte in eine ganz andere Richtung – um eine Ausweitung des Bündnisfalls auf kriegerische Aktivitäten im Internet – sprich den Cyberwar.



