Facebook-IPO: Netzwerk geklaute Idee?

13.02 2012

Social Networks sind für die meisten von uns noch etwas relativ Neues. Man könnte aber auch mit Recht behaupten, dass sie uralt sind. Nicht nur Menschen benutzen diese Netzwerke, nein, schon in der Tierwelt finden sich ganz ähnliche Muster, wie eine Studie nun herausgefunden hat. Die Studie besagt, dass die sozialen Netzwerke speziesübergreifend sehr große Gemeinsamkeiten aufweisen.

Demnach wäre Facebook keine besonders neue Idee, sondern nur die neueste Ausgabe einer althergebrachten Form der Kommunikation. Was Menschen nun mühsam mit ihren Rechnern herstellen, betreiben Tiere womöglich schon die ganze Zeit. Gut möglich, dass es dort ganze Diskussionsforen über rückständige Menschen gibt, die im Laufe ihrer beschwerlichen Evolution nun endlich darauf gekommen sind, Netzwerke zu benutzen.

Auch Tiere bilden Netzwerke

Im Tierreich läuft das alles folgendermaßen ab: So wie sich Menschen über Facebook verabreden, um eine Veranstaltung zu besuchen, verabreden zum Beispiel Delfine, wo sie als nächstes fressen gehen wollen. Dabei wenden auch sie eine sehr flexible Struktur an. Delfine haben alle individuelle Bedürfnisse, aber eben auch Bedürfnisse als Gruppe. Diese werden darüber organisiert, dass aus der Situation heraus ein Anführer bestimmt wird, der die Gruppe nur in dieser einen Situation anleitet, weil er die meisten Informationen hat. Sagt also einer: „Ich weiß, wo es Futter gibt!“, folgen ihm alle, auch wenn er ansonsten nicht groß in Erscheinung tritt.

Das kommt einem natürlich doch recht bekannt vor. Außerdem sind die Tiere ähnlich wie Menschen auf Facebook durch verschiedene Bündel von Beziehungen miteinander verbunden. Auch für Tiere gilt die Formel, dass sie alle über höchstens sechs Stationen miteinander in Beziehung stehen.

Soweit so gut, nur muss man kritisch anmerken, dass soziale Netzwerke nie angetreten sind, um etwas völlig Neues zu schaffen, sondern um schon bestehende soziale Erlebnisse im Internet abzubilden. Auch vor Facebook haben Menschen schon Netzwerke gebildet und in ähnlich komplexer Form kommuniziert, nur war es bis dato nicht ganz so gut nachzuvollziehen wie heutzutage.

Ein erheblicher Unterschied

Was die Forschung nun über Tiere herausgefunden hat, ist also nicht, dass es eine Art Facebook für Tiere gibt, sondern dass die Kommunikation von Tieren ähnliche Muster aufweist wie die von Menschen. Wir alle bilden Netzwerke. Das Ausmaß der Verknüpfung bei Tieren mag überraschend sein, dass Tiere die Techniken moderner Social Media anwenden, ist aber doch übertrieben.

Auch für Menschen ist das Bilden von Netzwerken wie gesagt nichts Neues. Social Media ist dabei ein Werkzeug, das schon bestehende Netzwerke leichter handhabbar macht und deren genauere Auswertung erlaubt. Simpel ausgedrückt: Es geht einfach schneller und ist leichter nachzuvollziehen. Hier liegt wohl auch ein wichtiger Unterschied zur Tierwelt: Zwar mag es dort durchaus vergleichbare Formen von Netzwerken geben, ein Delfin kann sich sein Netzwerk aber nicht auf einer Seite anschauen und seine Aktionen noch Wochen später nachvollziehen. Ist das Futter erst einmal gefunden, gerät die Aktion wohl recht schnell in Vergessenheit.

Die menschlichen Netzwerke kann man aber auch im Nachhinein sehr detailliert auswerten und so ganz neue Erkenntnisse über die eigene Kommunikation erlangen. Diese Reflektionsebene steht Tieren leider nicht im gleichen Maße zur Verfügung. Es besteht also doch noch ein gewisser Unterschied zwischen Tieren und Menschen, auch wenn es durchaus interessant wäre, auch Tieren eine Freundschaftsanfrage schicken zu können.

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

Follow us: