Die Rabattkarte hat ausgedient

31.05 2012

Kunden zu binden wird in Zeiten schnell wechselnder neuer Angebote immer schwieriger. Das macht sich auch bemerkbar bei den Treueprogrammen, die Unternehmen nutzen, um ihre Kunden stärker an sich zu binden. Die Anzahl der Kunden, die solche Programme als überflüssig empfinden, steigt immer weiter an. Viele sehen sich heutzutage unabhängig von Treueprogrammen und werden bei ihrer Kaufentscheidung kaum noch von solchen Programmen beeinflusst.

Der negative Trend lässt sich auch mit Rabattanbietern wie Groupon erklären. In den letzten Jahren gab es eine regelrechte Flut von Rabattanbietern dieser Art, die ihre Kunden mit Angeboten so bombardiert haben, dass diese irgendwann das Interesse verloren. Der Vorteil der Ersparnis wird da durch den Nachteil des Spams wieder zunichte gemacht. Es gibt aber auch Licht am Ende des Tunnels. Treueprogramme könnten dank neuer Technologien eine Wiedergeburt erleben. Zwei Faktoren spielen hier eine besondere Rolle: Ortungsdienste und die Möglichkeit, mit dem Handy zu bezahlen.

Ortungsdienste als Rabattfinder

Zunächst zum Thema Ortungsdienste: Nehmen wir einmal an, man besucht eine fremde Stadt und wird via Smartphone automatisch zu ein paar Geschäften gelotst, die genau das bieten, was man einkaufen möchte – und das auch noch zum günstigsten Preis. Diese Vorstellung ist nicht mehr weit von der Realisierung entfernt. Alles, was ein Anbieter bräuchte, wären Daten über das Kaufverhalten des Kunden und seinen aktuellen Standort. Dennoch bietet das bisher in dieser Form niemand an. Das Problem besteht darin, dass die meisten Rabattanbieter die Daten, die sie über ihre Kunden sammeln, ungenügend auswerten und oft gar nicht in den Verkaufsprozess mit einbinden. Man müsste sich also einfach mal die Arbeit machen, die Daten entsprechend zu verwerten.

Ein angeschlossener Ortungsdienst könnte Rabattanbieter schnell viel attraktiver machen. Statt einfach nur allgemeine Informationen über mögliche Rabatte vor Ort zu bekommen, die man dann im Prinzip selber auswerten muss, würde den Kunden so ein gewichtiger Teil der Arbeit abgenommen. Erste Versuche mit solchen Strategien zeigen, dass Kunden auf Programme dieser Art sehr gut ansprechen. Hier geht das Konzept, allen durch die Kooperation weiter zu helfen, perfekt auf.

Bezahlen mit dem Handy

Ein weiterer interessanter Bereich in diesem Zusammenhang ist Mobile Payment, also die Bezahlung per Handy. Bisher hat sich das in unseren Breiten noch nicht sonderlich durchgesetzt, es könnte aber attraktiver werden. In den USA ist es vielerorts schon üblich, mit dem Smartphone zu bezahlen. Das allein ist zwar eine nette Erleichterung im Alltag, bringt Anbietern von Rabattprogrammen aber wenig. Interessant ist die Kombination des Mobile Payments mit einer Rabattaktion.

So kann man für jeden, der in einem bestimmten Restaurant mobil bezahlt einen Rabatt anbieten und die neue Technik für alle Seiten interessanter machen. Der Restaurantbetreiber gewinnt Kunden, die öfter wiederkommen, das Rabattprogramm mehr Provision und die Kunden kommen schneller und billiger zu einem guten Essen.

Neue Techniken nutzen

Entscheidend ist bei beiden neuen Gebieten, dass man sich Gedanken darüber macht, wie wirklich alle etwas davon haben, wenn alle zusammen an einem Strang ziehen. Die Daten der Kunden werden hier ganz transparent zu ihrem eigenen Vorteil eingesetzt, die Unternehmen profitieren durch die steigende Zahl von Kunden.

Auch für herkömmliche Treueprogramme ließe sich diese Technik nutzen. Statt einfach nur Rabatt zu gewähren, könnte man so den Informationsvorteil nutzen und Kunden gezielter über Rabattaktionen informieren oder sich vom alten Konzept der Treuepunkte verabschieden und einen direkteren Weg wie beim Bezahlen mit dem Handy wählen.

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